Dienstag, 23. August 2011

Die ersten Tage in Mariátegui


Nach einer ziemlich kalten ersten Nacht bekam ich zum Frühstück eine Art frittierter Pfannenkuchen --> Lecker!
blaues Gebaeude: El niño Jesús
Elizabeth und ich gingen dann gegen 8 Uhr gemeinsam zur Schule (El Niño Jesús), die in nur ca. 3 Minuten zu Fuß zu erreichen ist. Dort wurde ich in jeder Klasse kurz vorgestellt, durfte selbst ein paar Worte sagen und wurde dann von jeder Lehrerin persönlich begrüßt. Die Schüler (3 Jahre - 12 Jahre) – die hier alle Schuluniform tragen - löcherten mich abschließend noch mit Fragen wie: „warum hast du blonde Haare“, „welche ist deine Lieblingsfußballmanschft“ etc.
Gegen 9 begann ich mit meiner eigentlichen Aufgabe: die Lehrer im Unterricht zu unterstützen.
Von Mittwoch bis Freitag war ich bei den allerkleinsten, den 3-Jährigen. Die Kids lernen im Moment die Farben, ausschneiden, kleben, und erste englische Worte. Ich half also wo nötig, musste die englischen Worte vorsagen und rannte geschätzte 200 Mal aufs Klo mit den Kleinen. Alle Schüler bekommen dort täglich ein Frühstück- für viele die einzigste Mahlzeit am Tag.
Ungefähr um 1 gehen die Kinder wieder nach Hause. Zum Mittagessen gehen Elizabeth und ich meistens nach Hause; ihr Sohn, Eduardo (17), hat nur samstags Unterricht und kann so für uns kochen. Nachmittags begleitete ich Elizabeth zum Anwalt, der gemeinsam mit ca. 5 anderen Anwälten, in einer Einfahrt, ein Büro eingerichtet hat. Unvorstellbar für uns Deutsche...

Am Donnerstag besuchten einige Jugendliche (aus Australien,USA,Kanada, Costa Rica und aus Nagold;)) die Schule und wir aßen dort gemeinsam Maccaroni. Sie besuchen einige soziale Projekte in Südamerika und helfen, wo nötig. Spontan schloss ich mich Ihnen für den Tag an, begleitete sie zu einer Art Kinderstunde und nach gemeinsamen Abendessen gingen wir alle gemeinsam in einen Skatepark, wofür ein christlicher Rapper engagiert wurde. Andrés, der Sohn einer Lehrerin, begleitete mich dann auf der ca. 1h langen Fahrt im Colectivo (Mischung von Bus/Taxi) zurück nach Hause.

Am Freitag war ich tagsüber in der Schule bei meinen Kleinen und abends begleitete ich Elizabeth zu ihrer Rechtsvorlesung in die Uni. War recht interessant, (hatten wir alles auch schon in der Schule ;) ), doch ich war wahnsinnig müde und froh, als wir endlich wieder zuhause waren.
Zu den Sitten in der Uni hier: man kommt und geht wann man will, jeder telefoniert lautstark, redet mit den Nachbarn, steht auf, fragt den Prof was, setzt sich wieder hin--> VERRÜCKT

Am Samstag kam zum ersten mal die Sonne raus, es war gleich ca. 8 Grad wärmer. Ich durfte ausschlafen- doch aufgrund von sämtliche Hähnen, die schon um 4 anfangen zu krähen, etlichen Hunden und lautstarker Musik der Nachbarn, war die Nacht um 8 zu Ende. Für den Nachmittag verabredete ich mich mit Uli, der ersten Freiwilligen von „el buen samaritano“(der deutsch-peruanische Verein, mit dem ich weg bin), die seit 9 Jahren in Lima wohnt.
Miraflores, Kueste im Winter
Sie zeigte mir die Touristen- und damit auch reichsten Viertel von Lima: Miraflores und Baranco. Beide liegen direkt am Meer, haben viele schöne kleine Bars, sämtliche Läden, und einige Sehenswürdigkeiten. Sie zeigte mir verschiedene Gebäude, die Strandpromenade und einige kleine Märkte (gut, dass ich nur wenig Geld mitgenommen hatte, sonst wäre ich jetzt arm...;) )  Zum Abschluss gönnten wir uns einen Cocktail in einer exklusiven Bar. Ich rechnete mit extrem hohen Preisen, doch umgerechnet haben wir – dank happy hour (2 für 1)- für 2 Cocktails und 2 Vinos insgesamt gerade mal 7 Euro gezahlt, was man in Tübingen gerne mal für 1 Cocktail zahlt.

Am Sonntag waren wir tagsüber zuhause und um 16 Uhr ging ich mit Elizabeth und meiner Gastschwester Juanita in ihre Kirche. Lustigerweise ist dort ein schwäbischer Pfarrer, der mich sehr herzlich begrüßte. Die Gemeinden hier sind größtenteils frei, und die Gottesdienste erinnern sehr an die JuGos in Deutschland. Anschließend gingen wir noch einkaufen, in einen rießigen Supermarkt, wo sonntagabends ca. 5000000 Leute für die kommende Woche einkaufen - so kam es mir zumindest vor.
Von Sonntag auf Montag wurde meine Erkältung schlimmer und ich liege bis jetzt mit Fieber im Bett, doch es geht mir schon wesentlich besser.
Leider konnte ich deshalb gestern und heute nicht in die Schule gehen, doch so hab ich Zeit um all dies hier zu schreiben...( in Zukunft wird nicht alles so ausführlich sein...)

Kurzum: Mir geht’s eigentlich wirklich gut (wenn wir die Erkältung mal vergessen), die Arbeit macht super viel Spaß, die Kinder sind mehr als süß, und meine Gastfamilie kümmert sich super um mich.

Ich hoffe euch geht’s gut! :)

1 Kommentar:

  1. freut mich voll für dich, dass es dir dort eigentlich gut geht und dir des schaffen au no spaß macht!!
    dann werd schnell wieder gesund, damit du voll durchstarten kannsch ;)
    ganz dicker drücker :*

    AntwortenLöschen