Hallo ihr Lieben,
Nach fast einem Monat schaff ichs endlich mal wieder, euch auf den neuesten Stand zu bringen. Hier war in letzter Zeit wirklich einiges los, bzw. ich hab viel schönes, aber auch schweres erlebt. Ich versuch's mal n bisschen zu kategorisieren:
Aktuell:
Problem der Nachbarsfamilie:
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| Micaela- die 5-Jährige |
Eine meiner Nachbarsfamilien habe ich in letzter Zeit selten gesehn, und mich schon ziemlich gewundert, zumal die kleinen 2 und 5 Jährigen Mädels oft zu uns nach Hause kamen. Elizabeth ist dann mal hoch um zu fragen, was los ist bzw. ihr ein Abendessen zu bringen. Heulend erzählte ihr die Mutter wie schlecht es ihnen zu Zeit geht:
Der Vater, Maximo, 25, hat Aids, und liegt im Sterben. Sie selbst ist Epileptikerin und ich habe letzte Woche, 2 solcher Anfällel live miterlebt. Sie war auf dem Heimweg von der Arbeit- sie verkauft Bonbons auf der Straße- hatte ihre 3 Lleinen dabei. 4 Monate, 2 Jahre und 5 Jahre. Sie selbst ist erst 19. Elizabeth und ich liefen hinter ihr und rufen, hallo Isabelle- wie gehts dir? Sie dreht sich um, beginnt zu zucken und kippt weg. Gerade noch rechtzeitig konnten wir einen Sturz verhindern.
Während sich ein paar Nachbarn um sie gekümmert haben, habe ich versucht die kleinen Mädels abzulenken. Kurze Zeit später gings ihr wieder einigermaßen gut, sodass wir vollens hoch bis zu ihrem Haus laufen konnten. Dort gab es keinen Strom mehr, man hat ihn ihr abgestellt und auch ihre Lampe war kaputt. Ihr "Haus" besteht aus einem Schrank, der zum Bett für die kleinen umfunktioniert wurde. 1 Bett für Vater und Mutter und das Baby zusammen. Keine Küche, keine Spüle, ein Eimer und Wasserkübel als Badersatz.
Letzte Woche war sie im Krankenhaus um ihren Mann einzuliefern, dort haben sie gleich den HiV-test gemacht. Baby, die 2-Jährige und die Mutter sind HIV-positiv. Es fehlt allerdings noch ein bestätigender Test, der diese Woche gemacht werden soll. Die große nicht, da sie einen anderen Vater hat. Dank der überwältigen Anteilnahme aus Deutschland konnte ich bereits einiges an Nahrung und Kleidung für die Familie kaufen. Vielen, vielen Dank!
Der Vater, Maximo, 25, hat Aids, und liegt im Sterben. Sie selbst ist Epileptikerin und ich habe letzte Woche, 2 solcher Anfällel live miterlebt. Sie war auf dem Heimweg von der Arbeit- sie verkauft Bonbons auf der Straße- hatte ihre 3 Lleinen dabei. 4 Monate, 2 Jahre und 5 Jahre. Sie selbst ist erst 19. Elizabeth und ich liefen hinter ihr und rufen, hallo Isabelle- wie gehts dir? Sie dreht sich um, beginnt zu zucken und kippt weg. Gerade noch rechtzeitig konnten wir einen Sturz verhindern.
Während sich ein paar Nachbarn um sie gekümmert haben, habe ich versucht die kleinen Mädels abzulenken. Kurze Zeit später gings ihr wieder einigermaßen gut, sodass wir vollens hoch bis zu ihrem Haus laufen konnten. Dort gab es keinen Strom mehr, man hat ihn ihr abgestellt und auch ihre Lampe war kaputt. Ihr "Haus" besteht aus einem Schrank, der zum Bett für die kleinen umfunktioniert wurde. 1 Bett für Vater und Mutter und das Baby zusammen. Keine Küche, keine Spüle, ein Eimer und Wasserkübel als Badersatz.
Letzte Woche war sie im Krankenhaus um ihren Mann einzuliefern, dort haben sie gleich den HiV-test gemacht. Baby, die 2-Jährige und die Mutter sind HIV-positiv. Es fehlt allerdings noch ein bestätigender Test, der diese Woche gemacht werden soll. Die große nicht, da sie einen anderen Vater hat. Dank der überwältigen Anteilnahme aus Deutschland konnte ich bereits einiges an Nahrung und Kleidung für die Familie kaufen. Vielen, vielen Dank!
Ich werde euch nächste Woche neues von der Familie berichten.
Schule:
Am 18. November hatten wir den lang ersehnten Schulausflug mit vielen Schülern, allen Lehrern und auch einigen Eltern in den gambusinas., einer Art Parkanlage mit Fluss, Schwimmbädern, Fußball und Volleyballfeldern. Trotz zweier Buspannen kamen alle (5) Busse heil an und auch wieder zurück nach Mariategui. Dank der Spenden aus Deutschland (Danke iT) konnten auch Schüler mitkommen, die sich den Schulausflug sonst nicht leisten können. ( 3 Euro) Alle genossen den Tag wirklich sehr! Von den 180 Schülern, die dabei waren, konnten allerdings nur 5 schwimmen, was alles etwas schwieriger machte, doch wir hatten viel Spaß!
Seit Mitte November bin ich nicht mehr bei den 3-Jährigen , sondern bei den 2.Klässlern als Hilfskraft. Ihre Lehrerin, Mariela, ist im 9. Monat schwanger und brauchte Unterstützung. Die Kids sind ne ziemlich wilde Truppe (32), mit 2 (lern-) behinderten Kindern, einem ADHS- Kind (Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom- ich liebe dieses Wort;)) und allgemein einiges aggressiven Schülern. Ich war jeden Tag mehr als fertig als ich nach Hause kam und habe mich immer schon auf die Freitage gefreut, an denen ich Englischunterricht in den anderen Klassen hatte. Am 28. Und 29. November hatten wir eine Evaluation der 2.Klässler vom Kultusministerium. Sie haben sich aufgeführt wie die letzten… Mariela und ich waren mit den Nerven am Ende, doch wenigstens haben sie gut abgeschnitten Seit der ersten Dezemberwoche ist ein neuer Lehrer, Andres, in der Klasse. Seither ist alles wesentlich entspannter, da er die Kinder besser im Griff hat. Er bleibt noch die letzten 3 Wochen bis zu den Sommerferien.
In der letzten Novemberwoche standen die monatlichen Examen an, was für mich viel Klassenarbeiten erstellen und - korrigieren bedeutete. Auch diese Woche bin ich ständig am Korrigieren, da wir mitten in den „examenes finales“ stecken…
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| Mit den Torten |
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| 18 glückliche 5-Jährige |
Am Freitag war die „promocion“ der 5-Jährigen. Ich war die Patentante der Promotion, sprich ich habe die Torten bezahlt, und ihnen ihre „diplomas“ überreicht. Es war wirklich ein sehr schönes Fest, die Mädels mit ihren Prinzessinenkleidchen, die Jungs mit Anzügen, doch für manche Eltern eine finanzielle Herausforderung. Doch alles sollte perfekt sein- „genauso wie im Fernsehen“- wie eine Mutter sagte. Man merkt, wie sehr die Feste anderer, gut entwickelter Länder, wie von USA, übernommen werden sollen, um ihnen „ähnlicher zu werden“. Ob das gut oder schlecht ist - streitbar.
Heute waren wir die Weihnachtsgeschenke für die Schüler einkaufen. 265 T-Shirts. Am Donnerstag ist die Promo der 6.Klässler, die dann in die Secundaria wechseln. Am Mittwoch ist noch eine Art Abschlussfest des Schuljahres und dann sind auch schon Ferien. Bis Ende Februar. Das heißt, ich werde manche meiner Schüler gar nicht mehr sehen. Der Abschied wir vermutlich schwer, sie sind mir doch schon sehr ans Herz gewachsen.
Gesundheit:
Am letzten Novemberwochenende plagten mich schon am Freitag blöde Magenschmerzen. Samstag wars dann einigermaßen okay, doch in der Nacht auf Sonntag hatte ich Koliken im Minutentakt. Trotz Schmerztabletten wurden sie bis zum Morgen nicht besser, sodass Elizabeth meinte, das beste wäre, ins Krankenhaus zu gehen, um mich durchchecken zu lassen. Das erste Krankenhaus hatte zu (wie wenn man sonntags nicht krank werden könnte...) , im zweiten wurde recht schnell 'ne Magenschleimhautentzündung vermutet und mir eine Schmerzinfusion gelegt. Eine Magenspiegelung und mein Blutbild am Folgetag bestätigten dies. Seit dem musste ich meine Ernährung etwas umstellen und täglich Tabletten nehmen, doch ich merkte schnell, wie mir das alles geholfen hat. Die schmerzen sind in der Zwischenzeit weg und mir geht's wirklich wieder gut!
Freizeit:
Jeden Mittwoch haben wir unseren Hauskreis, gemeinsam besuchen wir auch wöchentlich junge, alte, kranke, traurige oder einsame Frauen / Männer. Oft fehlt die Motivation doch noch nie habe ich bzw. wir einen Besuch bereut...Man lernt viel und man merkt, wie sehr die Gespräche, Singen etc. den Personen helfen.
Seit letzter Woche habe ich einen Schlüssel von Ulrikes Wohnung, die in einem reicheren Stadtteil wohnt. In Abmachung mit Elizabeth und Ulrike schlafe ich ab jetzt jeden Freitag bei Ulrike, um abends auch mal ein bisschen aus San Juan de Lur Lurigancho rauszukommen. Letztes Wochenende hab ich das gleich ausgenutzt und bin mit Mareike und Jimena (ihrer Gastschwester) ins Kino und anshcließend wollten wir noch etwas trinken gehen. (natürlich nur Tee, da mein Magen nichts anderes verträgt...;)) In der bar haben wir zufälligerweise 4 andere deutsche Volontärinnen aus Deutschland kennen gelernt- davon 2 aus Tübingen... die Welt ist einfach klein!
Am Samstag hab ich mit bekannten aus Chile noch eine Art Sight-Seeing-Tour durch ganz Lima gemacht. Ich hab ihnen alles gezeigt, was ich kenne und hab wohl selbst so viel von Lima gesehen, wie in den ganzen 4 Monaten noch nicht.
Um ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, habe ich für meine Gastfamilie eineAdventskette gemacht. Mein Adventskalender aus Deutschland, Dominosteine und Marzipan aus der Heimat versüßen mir den ein oder anderen 25-30 °C heißen, anstrengenden Schultag. Bis jetzt fühlt sich hier aber trotz Weihnachtsbaum nichts wie Weihnachten an.
Sommer, Sonne, ja sogar Strand ;)
So, wenn ihr tatsächlich ganz unten in meinem bericht angekommen seid, seid ihr bestens informiert.
Ich drück euch aus der Ferne!
Elle



















