Challo, (so klingt es wenn Peruaner "Hallo" sagen wollen)
Wie der Titel schon andeutet, hab ich die letzten Wochen etwas Einblick in den Papierkram der Schule bekommen. Da Elizabeth die Schulleiterin ist, liegt es in ihrem Aufgabenfeld, alle Registrierungen, Eigentumsfragen, Evaluationen, Baupläne etc. zu bearbeiten und den entsprechenden Behörden vorzulegen. Meistens verlässt sie mit mir schon 1-2 h vor Unterrichtsende die Schule in Richtung Zentrum, um sämtliches zu erledigen, denn sonst würden wir erst um Mitternacht nach hause kommen. Für jede Angelegenheit gibt es ein extra Gebäude, die oft 30 Bus- bzw. Taxifahrt von einander entfernt liegen. In jedem muss mindestens eine "Wartenummer" gezogen werden. So kam es durchaus vor, dass wir 2h (!) warten mussten, um eine Bescheinigung zu erhalten, dass wir ein anderes Gebäude betreten können....Verrückt. Zwischendurch schauten wir immer wieder bei ihrem Anwalt vorbei, um sämtliche Papiere beglaubigen zu lassen...Klingt einerseits ziemlich langweilig, ist aber durchaus spannend, da man hier und da mit korrupten Personen in Berührung kommt. (Elizabeth arbeitet aber NICHT mit ihnen!)
Die Arbeit in der Schule läuft nach wie vor super, die Kleinen (3 Jahre) haben in der Zwischenzeit "A", "E" und "O", und die Zahlen 0-3 gelernt. Allerdings glaube ich nach wie vor, dass sie für "Schule" zu klein sind. Die Lehrerin gibt sich zwar größte Mühe alles auf spielerische Weise zu erklären, doch die Kinder würden viel lieber draußen auf dem Hof spielen...- verständlicherweise. Jeden Montag Morgen gibt es die "formacíon" aller Schüler auf dem Hof mit kleiner Ansprache der verantwortlichen Lehrerin und kurzen Beiträgen der Schüler ( September ist der Monat der Bibel, daher gibt es diesen Monat kurze Anspiele biblischer Geschichten).Gemeinsam singen alle noch die peruanische Nationalhymne und verabschieden die Flagge. (siehe Fotos)
Der Englischunterricht klappt ganz gut, die Schüler zeigen Interesse und freuen sich rießig an meinen 5.- Klasse-English-Songs wie "Hi there, hi there"...
Letztes Wochenende begleitete ich Ulrike zu einem kleinen "Vino-Fest" bei ihren Freunden, die in einem reicheren Stadtteil Limas wohnen. Dort probierten wir verschiedene Weine, aßen peruanische Spezialitäten wie Papa a la huancaina und unterhielten uns bis spät in die Nacht... Doch die Peruaner hören selten zuhause auf zu feiern, sondern gehen anschließend noch in eine Bar.
Einer der Freunde Ulis, Marcos, ist Professor für Physik an der "Universidad de Lima", einer PrivatUni, mit ca. 14000 Studenten. Er lud mich für Mittwoch dorthin ein, zeigte mir sämtliche Vorlesungssääle, Seminarräume, die Außenanlage, und stellte mich sowohl Studenten als auch Professoren vor. Bei einem (endlich mal wieder richtigen) Kaffee auf der Dachterasse, wurde ich von den Profs über deutsches Bier, deutsche Autos und die deutsche Wirtschaft ausgefragt...
Der Tag war wunderschön, wenn auch absolutes Kontrastprogramm zu meiner Arbeit und Wohnsituation in San Juan der Lurigancho.
Dieses Wochenende waren wir auf einem Jubiläum eines Verlages eingeladen. Gina, Elizabeth und ich genossen dort leckeres, Essen, peruanische Musik, und typische Tänze. Anschließend fuhr ich zu meiner Deutschnachhilfeschülerin Marely, die von Januar bis März in Stuttgart als Austauschschülerin sein wird. In der Zwischenzeit kann ich einige Strecken alleine fahren und weiß auch ca. wo ich umsteigen muss, doch da ich hier, dank meinem deutschen Aussehen, einfach auffalle, ist es abends und an manchen Orten noch zu gefährlich.
In der Zwischenzeit kam auch mein Kameraakku an, das heißt ich kann euch endlich mehr Bilder in besserer Qualität präsentieren.
Mir geht's sehr gut- ich hoffe euch auch?!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen