Montag, 13. Februar 2012

el ultimo... la ultima...

Meine Lieben,

es ist soweit, die letzten 24 h sind angebrochen, um genau zu sein sind es glaube ich noch ca. 20h ;)
Unglaublich, traurig, schön, glücklich, überraschend, spannend, schwierig, ermutigend, happy...ich brauche unglaublich viele Worte um meine Zeit hier zu beschreiben. Zurück in Deutschland werde ich in aller Ruhe noch einmal reflektierend schreiben.

Jetzt bleibt mir erst mal noch die letzten Stunden zu genießen.
Gerade hatte ich mein letztes Abendessen, vorher meine letzte ätzende Busfahrt, heute Morgen ein letztes Mal in der Schule, ein letztes Mal 97 Felsstufen nach oben quälen, ein letztes Mal meine Wäsche von Hand waschen, ein letztes Mal die Schreie der Nachbarn, ein letztes Mal die süßen Umarmungen  meiner kleinen Schüler und Nachbarskindern... und so viel mehr. Doch war es ein letztes Mal für immer? Oder für dieses Jahr?
Ich möchte zurück kommen, doch wer weiß wann?!

In diesem Sinne die letzten Grüße aus dem heißen Perú.
Abrazo,
Elle

Mittwoch, 1. Februar 2012

Quer durch Peru mit Yannik

Quer durch Peru mit Yannik

Ferien, Reise und Geburtstag

Hallo meine Lieben,

es tut mir wirklich leid, dass ich erst jetzt wieder schreibe, doch irgendwie kam ich einfach nicht dazu. Ich werd versuchen, euch einen Einblick in meinen sommerlichen Januar zu geben.

In der ersten Januarwoche stand nach langem endlich mal „erholen“ auf dem Programm. Ich nutzte die Zeit um Lima noch besser kennen zu lernen und machte einen Ausflug mit der Familie in den "parque de las leyendas", eine Art Zoo. Es war schön, auch Elizabeth mal 1, 2 Tage relaxen zu sehen. Die weiteren Tage habe ich Freunde besucht, Englisch- bzw. Deutschnachhilfe gegeben oder war hin und wieder am Strand. Zuhause haben wir auch einiges umgebaut, gestrichen und geputzt. Jetzt strahlt es wieder in neuem Glanz :)
Am 10. kamen dann abends Gean Marcos, einer meiner 2. Klässler, und seine Mutter zu uns auf Besuch. Ihr Mann – Türsteher bei einem bekannten Restaurant- wurde am 2. Januar erstochen. Der Kleine stand immer noch total unter Schock, da er den Tod seines Vaters durch das Radio erfuhr... Entsprechend war Mariategui in dieser Zeit auch mit Presseleuten voll....
Da mir an Weihnachten einige Zutaten für die Plätzchen gefehlt hatten und die Päckchen aus Deutschland erst im Januar ankamen, hab ich kurzerhand 2 Bleche Spitzbuben am 13. Januar gebacken :) ( Ich dachte mir „ das wissen die ja nich, dass man Plätzchen nur an Weihanchten isst“)
Am nächsten Morgen waren die Teller fast leer, Eduardo und Juana hatten ordentlich zugeschlagen.

Yannik und unsere Reise in die „selva“

Gegen 0 Uhr am 16. Januar kam dann Yannik aus den USA am Flughafen an. Er wurde von allen freudig empfangen und natürlich auch von oben bis unten gemustert. Ein riesiger, blonder, blauäuiger „gringo“- nicht oft gesehen in Mariategui ;) Ich zeigte ihm meine Wohngegend, stellte ihm sämtliche Leute vor und gingen dann gemeinsam auf den Markt einkaufen. Nachmittags gab es dann das Kontrastprogramm im Reichen- bzw. Touristenviertel Miraflores mit Jimi und Luis, 2 Freunden. Am nächsten Tag packten wir unsere Sachen zusammen, machten dann noch einen kurzen Abstecher ins Altstadtzentrum und fuhren abends gegen 21 Uhr aus Lima los Richtung „La Merced“, wo wir hätten eigentlich um 5 Uhr Morgens ankommen sollen. Eigentlich. Aus dem 30 Grad heißen Lima sollte es über einen Pass (4800m) wieder abwärts über die Sierra Tarma bis in den warmen Urwald nach La Merced gehen. Doch der Pass war verschneit, die Straßen vereist, sodass es kein Durchkommen gab. Letztendlich wurden aus 8h dann halt 21h und kamen gegen 18 Uhr abends an. Leider hatten wir so einen ganzen Tag verloren, doch wir ließen uns die gute Laune nicht verderben.
Für den nächsten Tag hatten wir für umgerechnet keine 10 Euro eine Tour gebucht:
Zuerst besichtigten wir eine Brücke, beobachteten das Aufeinandertreffen zweier Flüsse und gingen dann weiter in ein Urvolk der Ashanikas, namens Pampa Michi. Dort wurden wir erst einmal entsprechen angezogen, geschminkt und tanzten nach einer kurzen Führung noch mit den Einheimischen. Sämtliche Affen, Papageien und Leoparden-ähnliche Tiere spazierten dort frei rum. Es war wirklich interessant und vor allem lustig, die Kultur kennen zu lernen.
Anschließend gingen wir zu 2 großen Wasserfällen, in denen wir sogar baden konnten. Mehr als cool! Nach dem Mittagessen gab es noch eine Bootstour, danach noch eine Kaffee- und Likörverköstigung in einer Kaffeeplantage bis wir dann gegen 7 abends hundemüde in die Colectivos nach Oxapampa einstiegen.
Dort angekommen fanden wir gott sei Dank schnell ein tolles Hostel. Am nächsten Morgen besuchten wir ein soziales Projekt, welches Ulis Ehemann, Michell, leitet. Elternlose Jugendliche wohnen dort in einer Art Wohngruppe, gehen gemeinsam zur Schule, und arbeiten dann dort nachmittags in verschiedenen Werkstätten. Schreinerei, Autowerkstätten, Imkerei etc.
Russel, ein ehemaliger „Bewohner“, Leonie( eine deutsch-Peruanerin) nahmen uns dann noch mit auf eine kleine Wanderung durch den Busch. Es sah nicht nur so aus wie im Tropenhaus der Wilhelma, sondern roch auch so...unglaublich! Russel, 19, auch Touristenführer, bat uns an, uns auch am darauffolgenden Tag die Umgebung zu zeigen. Zuckerrohrschnapsprobe, abkühlen im Fluss, Besichtigung einer Höhle, Käserei, typisches Mittagessen, all das genossen wir sehr. Leider ging es Yannik dann auf einmal ziemlich schlecht, so dass wir uns auf den weg zum Terminal machten, um wieder zurück nach Lima zu fahren. Nach einer wirklich grauenhaften Busfahrt mit Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen von Yannik kamen wir, dieses mal -Gott sei Dank -ohne Probleme beim Pass überqueren, frühmorgens in Lima an. Von dort ging es dann nach 2 h Schlaf im Hostel direkt ins Krankenhaus. Ein paar Analysen und einige Stunden später, wussten wir dass es sich vermutlich nur um eine Essensunverträglichkeit handelt. Nach 4 Liter Serum, Antibiotika etc. ging es Yannik auch wirklich schnell wieder besser, was uns beide sehr beruhigte.
Anstatt dann wie geplant gleich weiter zu reisen, blieben wir 2 Tage in Lima, um unbesorgt unsere Reise fortsetzen zu können.

Ica

Am Dienstag 24. machten wir uns dann auf Richtung Süden- bis nach Ica. Mal wieder hatten wir ne Buspanne und brauchten statt 4h mal kurz 6, aber wir kamen gesund an :) Wir buchten noch eine Tour und gönnten uns dann noch ein leckeres peruanisches Abendessen. (Anmerkung an Yannik: Mit dir war ich eh ständig und überall essen :P )
Der nächste Tag sollte dann der Höhepunkt unserer Ica-Reise sein. Frühmorgens ging es auf Richtung Paracas, zu den islas ballestas, wo sämtliche Seehunde, Seelöwen, Pelikane, Katamarane und auch Humboldt Pinguine wohnen. Schon von weitem war ihr Schreien zu hören und es war einfach nur beeindruckend die Tiere dort zu beobachten. Zurück in Ica hatten wir dann noch eine Art City Tour, wo wir die 7-köpfige Palme, ein Hexendorf und die Kirchen Icas, bzw. ihre Überreste angeschaut haben. Von dort ging es dann zur Oase Huacachina, von wo wir unseren Sandboardingtrip starteten. Erst ging es Achterbahnlike mit den Buggies über die Dünen und dann mit dem Sandboard erst bauchwärts und später dann auch auf den Beinen die großen Wüstenberge hinunter. Megacool! Ich würde es auf jeden Fall als einen der Höhepunkte meiner Peru-Zeit bezeichnen. Am nächsten Tag verweilten wir noch ein paar Stunden am Hostel-Pool bevor wir abends mit dem Bus nach Canete fuhren. Am 27. fuhren wir von dort vollens nach Lunahuana, wo wir noch eine Rafting-Tour hatten. Abends kamen wir wieder in Lima an, trafen uns dort noch mit ein paar Freunden und fuhren Samstagmorgen wieder nach hause.

Geburtstag:

Die Rucksäcke packten wir schnell aus und wieder ein, da wir gemeinsam mit meiner Gastfamilie nach Huaral fahren wollten, um dort meinen Geburtstag zu verbringen. Wir wurden schon freudig von Elizabeths Schwestern empfangen. Ich zeigte Yannik dort noch ein paar Plätze von Huaral und anschließend verbrachten wir dann alle gemeinsam noch einen gemütlichen Abend. Kurz vor 12 waren gingen wir aus dem Haus Richtung Hostel. Auf dem Weg gratulierten mir dann schon Ely, Juana und Yannik, mit dem ich dann noch kurz mit einem Wasser angestoßen hab :).
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf Richtung Strand, wo wir einen wirklich schönen und vor allem heißen Tag verbracht haben. Zurück zu hause gab es dann noch mein Lieblingsessen Lomo saltado und anschließend eine leckere Torte! Mein erster Geburstag in der Sonne und am Strand!! :) Schön war er! Am 30. gings wieder zurück nach Lima, Yannik packte seine Sachen zusammen und nach einem kurzen Abstecher auf dem Kunsthandwerkmarkt hieß es für ihn Goodbye Peru- hello USA. Ich habe die Tage mit ihm in Peru wirklich sehr genossen, da man so mal jemand richtig zeigen kann, wie ich hier lebe, wie vielfältig Peru ist, und natürlich auch wie leeecker peruanisches Essen ist - nicht wahr Yannik?

Jetzt bleiben mir noch ziemlich genau 2 Wochen hier in Lima... Morgen haben wir große Lehrerversammlung, meine „Ferien“ sind vorbei. Nächste Woche muss ich noch ein paar Tage arbeiten und dann geht’s schon wieder nach Hause. :) ? :( ?

Ganz liebe Grüße und un abrazo fuerte,

Elena



Montag, 2. Januar 2012

Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo

Hola amigos,


Cómo están? Ich hoffe, ihr seid soweit alle fit und konntet ein paar schöne Weihnachtstage und ein schönes Sylvester verbringen. Von mir natürlich auch nur die besten Wünsche fürs neue Jahr! Gerne hätte ich schon früher geschrieben, doch hier war - einmal mehr- wahnsinnig viel los.
Die letzten Klausuren wurden geschrieben, Zeugnisse ausgehändigt, Klassenräume ausgemistet, Weihnachtsgeschenke gebastelt, etc. Zu dem noch 4 Geburstage, 1 Beerdigung und ganz nebenbei noch Weihnachten und Sylvester...
Jetzt aber eins nach dem anderen:


Paneton
Am 18. Dezember hatten wir eine chocolatada für die ärmsten Kinder der Nachbarschaft. Ein Krankenhaus hatte uns bzw. der Schule 250 Geschenke gestiftet. So kamen Kinder aller Altersklassen, bekamen eine heiße Schokolade und ein Stück Paneton und holten ihr Geschenk (Spielzeug) ab. Es drohte kurz ein Chaos auszubrechen, da sich die Kinder gegenseitig Bescheid gegeben hatten und so statt 250 mindestens 350 Kinder kamen...doch letztendlich blieb kein Kind ohne Geschenk. Diese strahlenden Gesichter zu sehen war für mich pure Freude.
Die darauffolgenden Tage habe ich mein Weihnahctsgeschenk für die Schüler gebastelt: Ein kleines Büchle, mit allen englischen Liedern, die wir im Unterricht gelernt haben und eine Zusammenstellung alltäglicher Worte. Tag für Tag war ich am Schleifchen binden, bis ich doch tatsächlich alle 274 Büchle fertig hatte.

Am 22. war dann der lang ersehnte letzte Schultag "clausura" vor den Sommerferien. Es gab reden von einem Ex-Schulleiter und von Elizabeth, ein Krippenspiel, das von allen Klassen gemeinsam aufgeführt wurde und anschließend noch verschiedene kleine Feste in den einzelnen Klassen.  Dort bekamen die Schüler dann auch ihr Tshirt bzw. mein Büchle und wie so oft - paneton und heiße Schokolade...(absurd bei diesen Temperaturen) Es war sehr traurig, mich von den Schülern zu verabschieden; sie sind mir trotz ihrer "travesuras" sehr ans herz gewachsen. 


Am 23. war Juanitas (Gastschwester) Geburtstag. Wir gingen zusammen Pizza essen, wie sie sich gewünscht hatte. Danach habe ich noch die deutsche Pfarrersfamilie besucht, die die peruanische evangelische Gemeinde hier leitet. Eine ihrer Töchter, wohnt in Deutschland und brachte von dort jede Menge Plätzchen mit...lecker! Abends sind Elizabeth, Juanita und ich gemeinsam mit Uli und ein paar Freunden in "brisas de Titicaca", einer Tanzshow mit allen typischen peruanischen Tänzen. Es war wirklich super schön anzusehen und auch selbst etwas zu tanzen. 


Nachbarskinder vor der chocolatada
An Heiligabend sind wir vormittags noch T-Shirts kaufen gegangen, um in Huaral eine chocolatda zu machen. In der Nachbarschaft von Elizabeths Schwester Rosi wohnen einige, sehr sehr verarmte Familien bzw. Kinder, die sich sehr über unserer Überraschungs-chocolatada gefreut haben. Abends wurde dann der Truthahn zubereitet und zum backen, garen, braten(?) in die Bäckerei gebracht. gemeinsam mit Roxanna, Maria und Rosi, Elizabeths Schwestern gingen wir dann gegen 21 uhr noch in die Stadt, um letzte Weihnachtsgeschenke zu kaufen...ein seltsames Gefühl an Heiligabend, wenn die Läden proppevoll sind.


00.00 Uhr 25. Dez- frohe Weihnachten!
Um 23 Uhr gab es dann das traditionelle Weihnachtsessen. Pünktlich um 00.00 Uhr feierten wir dann mit Feuerwerk, Sekt und Wunderkerzen den Beginn des Weihnachtsfest- erinnerte ziemlich an Sylvester.
Am 25. war die ganze Großfamilie dann noch gemeinsam essen und anschließen spazieren am Strand. so verbrachte ich Weihnachten mit Sommerkleidchen und sombrero ungewohnt, aber auf seine Weise schön. Wir verbrachten noch 2 weitere schöne Tage mit verwandten in Huaral und fuhren am 27. wieder zurück nach Lima, wo uns eine enorme Hitze erwartete. Mein zimmer unterm Wellblechdach glich einem Ofen...
Am 29. und 30. waren wir nochmal in der Schule um letzten Papierkram zu erledigen, die Klassenräume auszuräumen und ein Schuljahresabschlussessen mit allen Lehrerinnen zu genießen.


Sylvester habe ich mit Anne, einer deutschen Volontärin, ihrer Freundin Lena, ebenfalls Volontärin am anderen Ende von Lima und deren Gastfamilie und Freunden verbracht. Die Fahrt dorthin begann mit einem großen Schrecken...Wir saßen im Busle und an einer Haltestelle stieg ein Mann ein, um Bonbons zu verkaufen, schnappte meine Handtasche und rannte weg. Natürlich hatte ich genau an diesem Tag meine beiden Handys, Kamara und jede Menge Geld in der Tasche. Ich überlegt eine Sekunde, sprang dann (mit 8cm Absatzschuhen) aus dem Bus und ihm hinterher. Da alles voll mit Kleinbussen war und alle Leute dank meiner Schreie mitbekommen hatten, was passiert war, konnte er nicht fliehen. Ich forderte schreiend meine Tasche, die er mir dann auch widerstandslos in die Hand drückte und sich aus dem Staub machte... Letztendlich habe ich alles wieder bekommen, doch im Nachhinein war mir klar, wie gefährlich das alles war... doch alles ging gut und wir konnten mit einem Schrecken weiterfahren. Dort angekommen gingen wir alle gemeinsam in die katholische Kirche, anschließend wurde das Essen zubereitet, und pünktlich um 12 dann traditionell eine Puppe aus alten Klamotten verbrannt. 


morgens 7.30 - bereits 24 h ohne Schlaf
Gegen 1 gab es dann Essen und danach trudelten langsam die ersten Partygäste ein. gefeiert und geredet wurde bis am nächsten Tag. Ca. um halb 7 morgens, kam die Idee auf, an den Strand zu fahren. Gesagt getan. 
Dort versuchten wir alemanas und noch 2 peruanos am Strand unseren Schlaf nachzuholen (ich leider vergeblich) und genossen das kalte Meer. Natürlich hatten wir danach alle -trotz Sonnencreme- einen heftigen Sonnenbrand. Aber ich finde Neujahr und Sonnenbrand hört sich extrem gut an ;) Es war ein wirklich schöner Start ins neue Jahr 2012! 

Neujahr am Strand...:)


Jetzt wünsch ich euch noch schöne Ferientage!
Machts ganz gut,
Un abrazo,
Elle