Montag, 2. Januar 2012

Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo

Hola amigos,


Cómo están? Ich hoffe, ihr seid soweit alle fit und konntet ein paar schöne Weihnachtstage und ein schönes Sylvester verbringen. Von mir natürlich auch nur die besten Wünsche fürs neue Jahr! Gerne hätte ich schon früher geschrieben, doch hier war - einmal mehr- wahnsinnig viel los.
Die letzten Klausuren wurden geschrieben, Zeugnisse ausgehändigt, Klassenräume ausgemistet, Weihnachtsgeschenke gebastelt, etc. Zu dem noch 4 Geburstage, 1 Beerdigung und ganz nebenbei noch Weihnachten und Sylvester...
Jetzt aber eins nach dem anderen:


Paneton
Am 18. Dezember hatten wir eine chocolatada für die ärmsten Kinder der Nachbarschaft. Ein Krankenhaus hatte uns bzw. der Schule 250 Geschenke gestiftet. So kamen Kinder aller Altersklassen, bekamen eine heiße Schokolade und ein Stück Paneton und holten ihr Geschenk (Spielzeug) ab. Es drohte kurz ein Chaos auszubrechen, da sich die Kinder gegenseitig Bescheid gegeben hatten und so statt 250 mindestens 350 Kinder kamen...doch letztendlich blieb kein Kind ohne Geschenk. Diese strahlenden Gesichter zu sehen war für mich pure Freude.
Die darauffolgenden Tage habe ich mein Weihnahctsgeschenk für die Schüler gebastelt: Ein kleines Büchle, mit allen englischen Liedern, die wir im Unterricht gelernt haben und eine Zusammenstellung alltäglicher Worte. Tag für Tag war ich am Schleifchen binden, bis ich doch tatsächlich alle 274 Büchle fertig hatte.

Am 22. war dann der lang ersehnte letzte Schultag "clausura" vor den Sommerferien. Es gab reden von einem Ex-Schulleiter und von Elizabeth, ein Krippenspiel, das von allen Klassen gemeinsam aufgeführt wurde und anschließend noch verschiedene kleine Feste in den einzelnen Klassen.  Dort bekamen die Schüler dann auch ihr Tshirt bzw. mein Büchle und wie so oft - paneton und heiße Schokolade...(absurd bei diesen Temperaturen) Es war sehr traurig, mich von den Schülern zu verabschieden; sie sind mir trotz ihrer "travesuras" sehr ans herz gewachsen. 


Am 23. war Juanitas (Gastschwester) Geburtstag. Wir gingen zusammen Pizza essen, wie sie sich gewünscht hatte. Danach habe ich noch die deutsche Pfarrersfamilie besucht, die die peruanische evangelische Gemeinde hier leitet. Eine ihrer Töchter, wohnt in Deutschland und brachte von dort jede Menge Plätzchen mit...lecker! Abends sind Elizabeth, Juanita und ich gemeinsam mit Uli und ein paar Freunden in "brisas de Titicaca", einer Tanzshow mit allen typischen peruanischen Tänzen. Es war wirklich super schön anzusehen und auch selbst etwas zu tanzen. 


Nachbarskinder vor der chocolatada
An Heiligabend sind wir vormittags noch T-Shirts kaufen gegangen, um in Huaral eine chocolatda zu machen. In der Nachbarschaft von Elizabeths Schwester Rosi wohnen einige, sehr sehr verarmte Familien bzw. Kinder, die sich sehr über unserer Überraschungs-chocolatada gefreut haben. Abends wurde dann der Truthahn zubereitet und zum backen, garen, braten(?) in die Bäckerei gebracht. gemeinsam mit Roxanna, Maria und Rosi, Elizabeths Schwestern gingen wir dann gegen 21 uhr noch in die Stadt, um letzte Weihnachtsgeschenke zu kaufen...ein seltsames Gefühl an Heiligabend, wenn die Läden proppevoll sind.


00.00 Uhr 25. Dez- frohe Weihnachten!
Um 23 Uhr gab es dann das traditionelle Weihnachtsessen. Pünktlich um 00.00 Uhr feierten wir dann mit Feuerwerk, Sekt und Wunderkerzen den Beginn des Weihnachtsfest- erinnerte ziemlich an Sylvester.
Am 25. war die ganze Großfamilie dann noch gemeinsam essen und anschließen spazieren am Strand. so verbrachte ich Weihnachten mit Sommerkleidchen und sombrero ungewohnt, aber auf seine Weise schön. Wir verbrachten noch 2 weitere schöne Tage mit verwandten in Huaral und fuhren am 27. wieder zurück nach Lima, wo uns eine enorme Hitze erwartete. Mein zimmer unterm Wellblechdach glich einem Ofen...
Am 29. und 30. waren wir nochmal in der Schule um letzten Papierkram zu erledigen, die Klassenräume auszuräumen und ein Schuljahresabschlussessen mit allen Lehrerinnen zu genießen.


Sylvester habe ich mit Anne, einer deutschen Volontärin, ihrer Freundin Lena, ebenfalls Volontärin am anderen Ende von Lima und deren Gastfamilie und Freunden verbracht. Die Fahrt dorthin begann mit einem großen Schrecken...Wir saßen im Busle und an einer Haltestelle stieg ein Mann ein, um Bonbons zu verkaufen, schnappte meine Handtasche und rannte weg. Natürlich hatte ich genau an diesem Tag meine beiden Handys, Kamara und jede Menge Geld in der Tasche. Ich überlegt eine Sekunde, sprang dann (mit 8cm Absatzschuhen) aus dem Bus und ihm hinterher. Da alles voll mit Kleinbussen war und alle Leute dank meiner Schreie mitbekommen hatten, was passiert war, konnte er nicht fliehen. Ich forderte schreiend meine Tasche, die er mir dann auch widerstandslos in die Hand drückte und sich aus dem Staub machte... Letztendlich habe ich alles wieder bekommen, doch im Nachhinein war mir klar, wie gefährlich das alles war... doch alles ging gut und wir konnten mit einem Schrecken weiterfahren. Dort angekommen gingen wir alle gemeinsam in die katholische Kirche, anschließend wurde das Essen zubereitet, und pünktlich um 12 dann traditionell eine Puppe aus alten Klamotten verbrannt. 


morgens 7.30 - bereits 24 h ohne Schlaf
Gegen 1 gab es dann Essen und danach trudelten langsam die ersten Partygäste ein. gefeiert und geredet wurde bis am nächsten Tag. Ca. um halb 7 morgens, kam die Idee auf, an den Strand zu fahren. Gesagt getan. 
Dort versuchten wir alemanas und noch 2 peruanos am Strand unseren Schlaf nachzuholen (ich leider vergeblich) und genossen das kalte Meer. Natürlich hatten wir danach alle -trotz Sonnencreme- einen heftigen Sonnenbrand. Aber ich finde Neujahr und Sonnenbrand hört sich extrem gut an ;) Es war ein wirklich schöner Start ins neue Jahr 2012! 

Neujahr am Strand...:)


Jetzt wünsch ich euch noch schöne Ferientage!
Machts ganz gut,
Un abrazo,
Elle

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