Montag, 10. Oktober 2011

170 korrigierte Englischhefte, 300 Kg Fleisch, 46 Täuflinge

Hola a todos,

endlich schaff ich's mal wieder, euch auf den neuesten Stand zu bringen...

mit meinen Kleinen in der Pause
Die Schule bzw. das Unterrichten läuft wirklich gut. Meine Kleinen sind nach wie vor 'ne wilde Horde, doch unglaublich süß. Oft komme ich morgens ziemlich müde in die Schule, aber spätestens wenn ich das Klassenzimmer betrete, alle angerannt kommen, dich umarmen, und lautstark "Elenita" rufen, ist man topmotiviert und freut sich auf den Vormittag. Jeden Tag zeigen sie mir stolz ihre gemachten Hausaufgaben, neue Turnschuhe oder erzählen mir sämtliche Geschichten. Auch mit den größeren Primaria-Schülern klappt es immer besser. Es ist schön zu sehen bzw. zu hören, dass die Schüler erste Fortschritte in Englisch machen...

Oktober ist ein wahrer "Feste-Monat" der Schule: anniversario (Jubiläum), Parillada (Grillaktion), Paseo (Schulausflug), Desfile (Umzug) etc. Das heißt wir haben bzw. hatten einiges vorzubereiten.
Diesen Freitag hatten wir die Parillada, die nach einer bestimmten Zubereitung eines Fleischs benannt ist.:  Jede Klassenstufe bekam letzte Woche seine Aufgabe (Einkaufen, Kartoffeln waschen, schälen, schneiden, Salat zubereiten, Grillen etc. ) zugeteilt. Am Freitag ab 5 Uhr morgens standen dann bereits die ersten Mütter in der Küche der Schule, um Kartoffeln zu kochen. Gegen 12 Uhr war alles fertig zubereitet und jede Familie der Schule konnte die bestellten Essen (insgesamt ca. 650) mitnehmen. Insgesamt wurden ca. 130 kg Kartoffeln, 300 kg Fleisch, 30 Salatköpfe, 20 kg Karotten usw. verbraucht. Der Morgen war für uns alle sehr anstrengend, doch der Aufwand hat sich gelohnt. Umgerechnet haben wir ca. 1300 Euro eingenommen, mit denen wir die Klassenräume mit elektrischen Geräten ausstatten wollen..

Andrea und ich in Miraflores
Meine Wochenende waren in letzter Zeit mehr als voll, aber immer schön :). Samstagvormittags geh ich immer zu Marely, meiner Deutschnachilfeschülerin. Vor 2 Wochen hab ich mich anschließend in Miraflores mit 2 Peruanerinnen meines Alters getroffen, die ich über einen Freund aus Spanien kennen gelernt hab. Adriana war letztes Jahr für 11 Monate in Deutschland. Wir waren ein bisschen shoppen, Churros (frittiertes Gebäck) essen und sind dann zu Andrea nach Hause. Dort habe ich die Nacht verbracht, da es abends zu gefährlich ist, alleine in "meinen Stadtteil" zurückzufahren. Am Sonntag sind wir dann noch mit der ganzen Familie typisch peruanisch essen gegangen. Ich hab das Wochenende wirklich sehr genossen und war erstaunt wie gastfreundlich die Familie zu mir war, obwohl sie mich ja überhaupt nicht kannten...

Letztes Wochenende hatte ich mich mit meinen 12-Jährigen Gastschwester um 13 Uhr in Miraflores verabredet. Ich war schon etwas früher von meiner Nachhilfe zurück gekommen und wartete  im Mc - mit Chicken McNuggets (welch Abwechslung zum täglichen Reis)- auf sie. Gegen 13 Uhr rief mich dann meine Gastmutter an, und sagte mir, dass Juana noch nicht mal von zuhause los sei. (Von Zuhause bis zum Treffpunkt braucht man ca. 1,5 h)...UFF! Mal wieder bekam ich die peruanische Pünktlichkeit zu spüren....
Shoppingcenter am Meer
Gilary
Gilary, ein peruanisches Mädchen, 21, das am Tisch neben mir saß, hatte alles mitbekommen, setzte sich zu mir, und bot an mich anschließend noch zu einer Shopping-Mall direkt am Strand zu begleiten. Gesagt getan. Dort genoss ich meinen Starbucks-Kaffee und schlenderte etwas durch die Läden.
 Gegen 16 Uhr kam dann auch Juana. Wir setzten uns in einen Park, hörten den Straßenmusikern zu und anschließend zeigte ich ihr ein bisschen die Läden bzw. Sehenswürdigkeiten Miraflores. Ja- eigentlich müsste das ja genau umgekehrt sein, doch sie war selten dort, kann sich an vieles nur aus Kindheitstagen erinnern....für mich unvorstellbar.
Juana
Taufe
Um 19.25 waren wir wieder zuhause, um 19.30 wurden wir schon zum nächsten Event abgeholt. Ein Nachbarsmädchen wurde getauft, meine Gastmtter und mein Gastbruder sind die Paten. Der Gottesdienst, in dem 46 Kinder getauft wurden, war ein wahres Chaos, zumal der Pfarrer kaum Spanisch sprach...
Mit der ganzen Familie des Patenkindes ging es gegen 22.30 Uhr nach Hause, um Abend zu essen...Von dort hetzten wir zu Juanas Schule, die ihr Jubiläum feierte. Elizabeth, bzw. unsere Schule, hatte das Feuerwerk gespendet, welches wir natürlich sehen wollten.
Feuerwerk
Gegen 1.30 Uhr gings nochmal kurz zur Taufgessellschaft und anschließend zum Geburtstag einer anderen Nachbarin. Mehr als müde waren wir dann ca. um 4 Uhr endlich zu Hause...es war zwar ein anstrengender und langer, aber dennoch sehr schöner Tag!

Letzten Mittwoch ist leider mein Nachbarsjunge Alex gestorben. Er war körperbehindert, doch gesundheitlich zur Zeit eigentlich recht fit. Er war erst 8 Jahre alt. Elizabeth und ich haben das Bestattungsunternehmen beauftragt und alles weitere organisiert, da die Familie kaum finanzielle Mittel hat. So wollte die Mutter ihren Sohn in einem zu kleinen Sarg beerdigen, da das Geld für den großen nicht reichte. Wir haben sie überredet und zusammengelegt, sodass Alex einen würdigen Abschied hatte.

Festival der Familie
Dieses Wochenende hatte ich keine sonderlich schöne Nacht von Freitag auf Samstag, da ich die Nisperos (Obstsorte), die ich gegessen hatte, nicht vertragen hab... doch am Samstagnachmittag ging es mir schon wesentlich besser. Um 17 Uhr hatten wir ein Familienfestival einiger Kirchen. Es traten verschiedene Sänger und Tänzer auf. Am Sonntag hatte ich morgens eine Videosession mit der halben Verwandtschaft, anlässlich des Geburtstages meines Bruders. Es war wirklich schön, alle mal wieder zu sehen- wenn auch nur per Kamera. Danach gings auf ein Fußballturnier des Gastbruder und anschließend zumr 3. Geburtstag unserer Gemeinde, es gab ein paar kleine Aufführungen der Kinderkirche und kurze Ansprachen. Zum Abschluss gab es Torte für alle.

Ihr seht, bei mir ist viel los, doch genau das genieße ich! Schon fast 2 Monate bin ich jetzt hier, und freue mich an jedem weiterem.
Ich hoffe euch geht's gut:)

Abrazos,









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